Viel Spaß beim Deutschen Alpenverein
Sektion Laufen

 

        Veranstaltungen

Ferienprogramm – Kinder-Klettern mit der DAV Sektion Laufen

Auch dieses Jahr war die DAV Sektion Laufen im Ferienprogramm für die Stadt Laufen und für Kirchanschöring aktiv. Anfang August durften die Laufener und Oberndorfer Kinder ran an die Wand und Anfang September war es für die Kirchanschöring Kletterkinder so weit. Wie jedes Jahr war das Programm stark nachgefragt, so dass nicht alle kletterwilligen Kinder zum Zuge kamen. Aufgrund des großen personellen und organisatorischen Aufwandes sind allerdings - wie von einigen gewünscht - keine zusätzlichen Einsätze für die Laufener Kletterbetreuer möglich.

Vergangenen Dienstag kletterten die Kirchanschöringer Kinder mit großer Begeisterung. Unter der erfahrenen Aufsicht von Peter Schauer, Julia und Simon Geierstanger, Andi Feil und Hannes Krauss gaben zwanzig Kinder drei Stunden lang alles. Dabei zeigten sich echte Talente. Gut möglich, dass der eine oder die andere dabei vom Klettervirus nachhaltig infiziert wurde.

 Hannes Krauss

Vereinsausflug auf die Praterinsel

Eigentlich wäre ja eine Fahrt nach Ulm mit Übernachtung und exklusiver Führung im dortigen Münster vorgesehen gewesen, aber mangels fristgerechter Anmeldung kam dieser Vereinsausflug des Alpenvereins Laufen leider nicht zustande.

Gar nichts zu unternehmen kam aber auch nicht in Frage und so entschloss man sich alternativ nach München zu fahren, um dort im Alpinen Museum die aktuelle Ausstellung „Hoch hinaus!“ über das Schutzhüttenwesen und den Wegebau der Alpenvereine anzuschauen.

So trafen wir uns am vergangenen Samstagmorgen am Laufener Bahnhof und fuhren gemeinsam mit der Südostbayern- und S-bahn günstig bis zum Isartor in der Landeshauptstadt. Nach kurzem Fußmarsch stießen wir auf der Praterinsel  auf weitere Münchner Mitglieder, die vor einigen Jahren sogar noch in einer eigenen Ortsgruppe der Sektion organisiert waren.

Gegen 10 Uhr empfing uns Herr Lindner, der in gut 1,5 Stunden die Ausstellung und insbesondere die Entwicklung des Hüttenbaus der Alpenvereine von den Anfängen bis heute erläuterte. Es  waren neben detailgetreuen Modellen einzelner Hütten auch allerlei historisches Schriftgut und Bilder sowie viele Gegenstände, die für das Leben auf den Hütten und deren Bewirtschaftung notwendig waren, im Original zu bestaunen.

Das Highlight jedoch erwartet die Besucher im Garten, wo die erste Höllentalangerhütte, der auf dem Weg zur Zugspitze gelegenen Schutzhütte wiederaufgebaut worden war. Im Rahmen eines notwendig gewordenen grundlegenden Neubaus, kam beim Abriss der im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erweiterten Hütte auf 1387m Höhe, die „Ur-Hölle“ aus dem Jahre 1894 zum Vorschein. Man hatte sich 2013 für einen kostenintensives Abtragen der Hütte entschlossen, um sie beim Alpinen Museum, nahezu vollständig erhalten, der Öffentlichkeit erneut zugänglich zu machen.

Nach der Führung konnten die Laufener ihre Eindrücke vertiefen und selbständig nochmals durch die eindrucksvolle Ausstellung schlendern, die noch bis zum 8. April 2018 zu sehen ist, während andere sich im Garten bei einem Kaffee niederließen.

Mittags wanderten wir bei sommerlichen Temperaturen und weißblauem Himmel an der Isar entlang, an deren Ufern zahlreiche Münchner ein Sonnenbad nahmen, zum Friedensengel. Dieses insgesamt 38 Meter hohe Denkmal markierte einst das Ende der Prinzregentenstraße und wurde 1896 anlässlich des 25jährigen Friedens nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 erbaut.

Durch die schattigen und schön gelegenen Maximiliansanlagen, vorbei am Bayerischen Landtag gingen wir schließlich in den traditionellen Biergarten des Hofbräukellers am Wiener Platz. Zu den Tischen unter den großen Kastanien gesellten sich noch weitere Münchner Sektionsmitglieder und so konnte man sich endlich mal austauschen, was sonst in aller Regel aufgrund der Entfernung, meist nicht der Fall ist. Nach einigen Stunden geselligen Beisammenseins mit bayerischen Schmankerln und Bier war es jedoch irgendwann Zeit sich zu verabschieden und auf den Heimweg zu machen. Als wir gegen 18.30 Uhr die Bahn in Laufen verließen, waren wir uns einig, einen wunderschönen Tag erlebt zu haben, bei dem auch die Münchner Bergfreunde mal die Gelegenheit hatten, am Vereinsleben teilzunehmen.

 Markus Lichtmannegger      


„Seien wir alle Minister Gottes“

Gelebte Ökumene auf der Laufener Hütte – Gottesdienst in der großen Gaststube

„Jesus sitzt mit auf der Regierungsbank“. Jedenfalls glaubt das Pfarrer Eberhard Zeh. Wenn es nur so wäre, mag sich mancher Bergsteiger in der großen Gaststube der Laufener Hütte gedacht haben. Die saßen dort dicht gedrängt, die Musikanten mussten im Flur nebenan Platz nehmen, denn zum ersten Mal seit vielen Jahren herrschte beim Gottesdienst auf 1726 Meter kaltes, nasses Schmuddelwetter. Verständlicherweise hatten deshalb weit weniger Bergsteiger den zwei- bis dreistündigen Aufstieg angepackt als in den sonnigen Vorjahren.

Von der „Edelweiß-Kapelle“ sprach denn auch Stiftsdekan Simon Eibl, der sich freuen würde, wenn es in der heimatlichen Kirche häufiger ähnlich gedrängt zuginge. Worauf Wildau-Wirt Rochus Quehenberger unter großem Gelächter feststellte: „Wenn alle Pfarrer so war’n wia Du, dann gang i a öfta in die Kirch‘.“ Vielleicht auch dann, wenn alle predigen würden wie Laufens evangelischer Pfarrer Eberhard Zeh.

Der sprach von Ministern, denn nichts Anderes bedeute Diener; von solchen, die nicht müde würden, auf der Erde das Recht zu begründen. Doch was fänden wir? Lärm und Kriegstrommeln. „Und: Guantanamo gibt es immer noch.“ Und es gibt Millionen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, mit denen Angst geschürt würde in der Bevölkerung.

Jesus dagegen habe sich auf die Seite bedrängter Menschen geschlagen, sagte Zeh, „und Gott hat sich bewusst in ‚schlechte‘ Gesellschaft gegeben.“ Es sei keine Schande, arbeitslos zu sein, depressiv, alleinerziehend, homosexuell, krank und alt. Im Gegenteil. Und all jene, die sich dementsprechend fühlten und handelten, die wüssten, wie es ist, heimatlos zu sein, die seien Minister Gottes. „Dann haben sie ein offenes Herz und ein offenes Ohr für diese Menschen und brauchen keine Ratschläge, die ja bekanntlich auch Schläge sind.“

Zeh nannte Beispiele wie es sein könnte, wie es sein sollte zwischen den Menschen. Denn derjenige, „der das gekrümmte Rohr nicht bricht, den glimmenden Docht nicht lischt“, der sei Diener und Minister Gottes, „er bringt das Recht.“ Vermeintlich allein und als einzelner sei er in guter Gesellschaft, „denn Jesus sitzt mit auf der Regierungsbank.“

So wie Simon Eibl und Eberhard Zeh seit nunmehr fünf Jahren gemeinsam am improvisierten Altar auf der Laufener Hütte stehen, wofür diesmal der nicht beheizte Sesselofen in der frisch renovierten großen Gaststube Verwendung fand. „So wie wir beide das hier seit Jahren machen, dürften wir es eigentlich nicht“, sprach Eberhard Zeh am Schluss in „eigener Sache“ über strenge Vorgaben der Konfessionen und die Regeln der Ökumene. Doch erst kürzlich habe sich Kardinal Reinhard Marx ganz klar und eindeutig zu den Gemeinsamkeiten der christlichen Religionen bekannt. „Sie haben es kapiert“, sagte Zeh über die Kirchenoberen und unter dem Beifall der Bergsteiger, „sie tun nun das, was wir schon seit Jahren machen.“ Der evangelische Pfarrer weiß, dass sich der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford Strohm und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, auch privat „extrem gut verstehen“.

Wie die beiden Laufener Pfarrer auch. „Und Bayern und Österreicher“, wie Simon Eibl mit Blick auf die Gäste aus den Tennengauer Talorten anmerkte. „Zwischen Preuß‘n und Bayern hapert es noch ein bissl“, fügte Eibl augenzwinkernd hinzu. Er jedenfalls wünschte Frieden für alle. Der zweite Wunsch „lass es hell werden“, erfüllte sich bis zum späten Nachmittag nicht. Das aber tat der guten Stimmung in den Gaststuben der Laufener Hütte keinen Abbruch.

 Hannes Höfer

2320 Jahre beim Laufener Alpenverein

Ehrungen von 25 bis 75 Jahren – Anstecknadel, Wein und Wanderschirm für die Jubilare

Laufen. Konrad Adenauer war Kanzler, Theodor Heuss Bundespräsident. Wer 1957 dem Alpenverein beitrat, der kann heuer auf eine 60-jährige Mitgliedschaft zurückblicken. So wie Josef Hartmann und Franz Zellner. Alljährlich im Frühsommer lädt die Alpenvereinssektion Laufen ihre Jubilare ein zum Ehrenabend in den Kapuzinerhof. Heuer waren es in der Addition exakt 2320 Mitgliedsjahre von 25 bis zu 75 Jahren, die Schriftführerin Rosmarie Kaiser und Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani eingeladen hatten.  

Sind wir dankbar, dass nicht alle kommen konnten“, scherzte Hannes Höfer in seiner Begrüßung, „denn dann hätten wir hier herinnen ein echtes Platzproblem.“ Der Vereinsvorsitzende äußerte Verständnis dafür, dass für so manches weit entfernt wohnende Mitglied die Fahrstrecke zu lang sei, dass sich Termine und Verpflichtungen überschneiden würden oder man aufgrund des Alters nicht mehr dabei sein könne. So wie Edith Pauli, die inzwischen 70 Jahre in der Sektion ist, und Anni Thomalla aus München, die auf 75 Jahre zurückblicken kann.  

 

 

 

 

Gefühlt vorgestern“, sagte Höfer über das Jahr 1992, das Beitrittsjahr der 25-Jährigen. Er warf zwischendurch die eine und andere Quizfrage in den Saal: Wer war Kanzler, wer Fußballmeister? Vor 40 Jahren, 1977, war Helmut Schmidt Kanzler. Und – nein: nicht Bayern München – sondern Borussia Mönchengladbach wurde Meister.

Vor einem halben Jahrhundert, 1967, tobte der Sechs-Tage-Krieg im Nahen Osten, der Schah besuchte Berlin. Zehn Jahre zuvor, 1957, hatten sich in Liverpool erstmals zwei junge Männer getroffen, die die Musikwelt verändern sollten: John Lennon und Paul McCartney.

Höfer gratulierte den Jubilaren und bedankte sich für die Treue zum Verein. Er hoffte auf Zustimmung dafür, dass man bewusst auf eine musikalische Umrahmung verzichte, denn erfahrungsgemäß würden sich die Jubilare, die sich zum Teil lange nicht mehr gesehen hatten, lieber unterhalten als Musik zu hören. Und gerne alte Geschichten austauschen.

Eine Geschichte erzählte Hannes Höfer noch aus dem Jahr 1957: Fritz Wintersteller, Markus Schmuck, Kurt Diemberger und Hermann Buhl gelang die Erstbesteigung des Broad Peak (8047 m) im Karakorum. Buhl aber verunglückte nur zwei Wochen später tödlich. Eines war dem Vorsitzenden beim Blick auf die Liste der Jubilare aufgefallen: „Die 2320 Mitgliedsjahre entsprechen ziemlich genau der aktuellen Zahl unserer Vereinsmitglieder.“

  Hannes Höfer

25 Jahre Mitglied. Von links: Horst Listmann, Christian Sichert und Florian Pertl.
40 Jahre Mitglied. Von links: Anton Pertl, Franz Silach, Helmut Turkowsky, Max Kraus, Iris Rosenstatter, Sabine Schwangler, Uwe Hien, Heidi Höfer, Rainer Hien, Franz Geierstanger und Andreas Schwangler.
50 Jahre Mitglied der Sektion Laufen. Von links: Josef Giglmaier, Rosa Fritsch, Konrad Singhartinger, Luise Peschl, Josef Ehinger und Werner Flagge.
60 Jahre in der Sektion Laufen: Josef Hartmann (links) und Franz Zellner.

Alpenverein mit Rekordbeteiligung beim Soli-Marsch

Soviel waren wir noch nie. 96 AV-Wanderlinge beim Solidaritätsmarsch der Pfarrei waren unsere bisherige Bestmarke. 2017 aber haben wir die Hunderter-Marke geknackt. Exakt 103 große und kleine Bergfreunde wanderten 1.306 Kilometer für den guten Zweck. Bei wunderbar warmen Frühlingswetter ging es die Salzach entlang aufwärts bis nach Triebenbach und über Niederheining wieder zurück nach Laufen. Über die Gesamtteilnehmerzahl liegen noch keine Zahlen vor.

Wie in all den Jahren sponsert die Firma Hörl jeden unserer Kilometer mit einem Euro. Erfahrungsgemäß runden Franz Praxenthaler und Thomas Hörl das Ergebnis zu einem runden Betrag auf. Das Geld kommt Schulprojekten in Bangladesch und Madagaskar zugute. Ein Sonntagmittag, der sich gelohnt hat. Für alle.

 Hannes Höfer

„Ein Engagement, das seinesgleichen sucht“

Gabi Höfer-Jani ist seit 40 Jahren Schatzmeisterin unserer Sektion – Und sie macht noch sehr viel mehr

40 Jahre Ehrenamt in einem Verein. Wer glaubt, das könne man nur im weit fortgeschrittenen Alter erreichen, der irrt. Gabi Höfer startete im zarten Alter von 17 Jahren als Schatzmeisterin der Alpenvereinssektion Laufen, und übt dieses Amt nunmehr seit 40 Jahren ohne Unterbrechung aus. Dass Gabi – inzwischen Höfer-Jani – für ihrem Verein noch weit mehr macht, wurde deutlich in der Laudatio unseres 2. Vorsitzenden Markus Lichtmannegger im Rahmen der Jahreshauptversammlung.

Am 1. Januar 1973 wurde Gabi Höfer Mitglied der Sektion Laufen. Kaum ins Bank-Berufsleben gestartet, trug man ihr vier Jahre später das verantwortliche Amt der Schatzmeisterin an. Und sie willigte ein. „Die Buchführung alleine ist es jedoch schon lange nicht mehr“, sagte Lichtmannegger, „Gabi macht die komplette Mitgliederverwaltung bei inzwischen rund 2.300 Mitgliedern.“ In vielen anderen Sektionen würden diese Aufgaben längst getrennt erledigt und nicht wenige Vereine dieser Größe übergäben „das Schatzmeisterliche“ inzwischen an ein Steuerbüro.

Weil Gabi die Finanzen „wahrlich meisterlich im Griff“ habe, stünde die Sektion finanziell so gut da, würdigte der 2. Vorsitzende, nicht ohne augenzwinkernden Verweis auf „eine gewisse Strenge“ bei den Ausgaben, die zu überwinden, es hin und wieder „ein wenig mehr Überzeugungskraft“ brauche. Nicht ohne Grund, denn ein Traum der Schatzmeisterin sei es, den Pachtgrund auf dem die Laufener Hütte steht, irgendwann kaufen zu können.

Als Mitglieder-Verwalterin verschickt Gabi Höfer-Jani alljährlich die Vereinshefte und die Mitgliederausweise an alle Vereinsmitglieder. Bis zum Jahr 2012 geschah vieles noch am heimischen Küchentisch. Seither gibt es unsere Geschäftsstelle im Alten Rathaus – das „Basislager“.

Auch dort versieht Gabi in mindestens dreiwöchigem Turnus ihren Dienst. Damit nicht genug, nimmt sie sich Zeit für den Besuch von Sektionentagen und Tagungen. „Du sorgst für die gute Kontaktpflege zu Jubilaren und Altgedienten“, zählte Lichtmannegger weiter auf, und kündigte an, dass sich er als Archivar des Vereins wohl in Zukunft häufiger an die Frau „mit der jahrzehntelangen Erfahrung im Innersten unserer Sektion“ wenden werde.

Gabi Höfer- Jani stellt sich auch als Tourenbegleiterin in den Dienst der Sektion. Sie macht bei Arbeitseinsätzen auf der Hütte ebenso mit wie beim Holzmachen und bei Wegearbeiten. Stichwort Hütte: „Gabi kümmert sich zusammen mit unseren Hüttenreferenten um den Einkauf für die Laufener Hütte und macht seit Mitte der 70er Jahre selbst alljährlich Hüttendienst“, blickte Lichtmannegger auf ein weiteres Betätigungsfeld. Es habe Jahre gegeben, da summierten sich Gabis Hüttenaufenthalte auf vier, fünf Wochen oder mehr. „Von Kurzbesuchen mal ganz abgesehen, die eher selten dem reinen Vergnügen gelten.“ Meist seien auch die mit Arbeit oder mit Materiallieferung verbunden oder einfach nur, um nachzuschauen, ob alles in Ordnung sei.

Für Lichtmannegger ist Gabi Höfer-Jani „ein Pfeiler unserer Sektion“, mit einem ehrenamtlichen Einsatz, „den es nur ganz selten gibt.“ Nicht nur er hofft, dass sie als „Inbegriff der Sektion und der Hütte“ dem Verein noch lange mit Rat und Tat zur Seite stehen möge. Die Sektion bedankte sich bei Gabi Höfer-Jani mit einem Geschenkkorb und etlichen Gutscheinen. – höf

Seit 40 Jahren auf vielerlei Weise für die Sektion Laufen aktiv ist unsere Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani. Dafür bedankt sich der 2. Vorsitzende Markus Lichtmannegger.

Beisitzer sitzen nicht nur dabei

Alpenverein Laufen würdigt Vorstandsmitglieder für zehn Jahre Arbeit

Zehn Jahre, einerseits eine lange Zeit, andererseits vergehen sie nur allzu rasch. In der Vorstandsriege des Laufener Alpenvereins sitzen inzwischen einige, die zehn Jahre und länger ehrenamtlich für die Sektion und für die Laufener Hütte arbeiten. Anlässlich der Hauptversammlung im Gasthaus Greimel dankte Vorsitzender Hannes Höfer sieben Akteuren auf unterschiedlichen Posten für ihren Einsatz mit einer Urkunde, einer Flasche Wein und einem Geburtstagskalender.

Etwas verspätet gewürdigt wurde das Engagement von Gottfried Eder, der sich bereits seit 2004 „mit ungeheurem Einsatz und hervorragender Kompetenz“ um die Hüttentechnik kümmert, immer wieder nach dem Rechten schaut und regelmäßig über den Sachstand informiert. Ebenfalls seit 2004 als Beisitzer im Amt ist der „Advokat im Gremium“, Rechtsanwalt Reinhard Huber, der dann zum Einsatz kommt, wenn es um rechtliche Fragen geht. „Beisitzer sitzen keineswegs nur dabei“, hob der Vorsitzende deren vielfältigen Einsatz im Verein hervor.

Hannes Krauss war bereits von 2001 bis 2004 „kompetenter Naturschutzreferent“, und ist es seit 2010 wieder. „Darüber hinaus hat er sich als Klettertrainer zum wichtigen Organisator in Sachen Klettern entwickelt“, lobte Höfer. Florian Pertl war von 2007 bis 2016 Jugendreferent, ehe er auf eigenen Wunsch aufhörte und nun – ebenfalls als Beisitzer – auf die technischen Anforderungen schaut.

Ebenfalls seit 2007 im Amt ist „unser einsatzfreudiger Wegewart“ Toni Pertl, der sich nicht nur um das umfangreiche Wegenetz, die Markierungen und die Schilder kümmert, sondern auch um den Brennholzvorrat der Laufener Hütte. Matthias Graspointner war 2007 als Beisitzer eingestiegen und „ist seit 2010 als erster Hüttenwart in dieser Funktion nicht mehr wegzudenken“. Der zweite Hüttenwart, Karl Edenhofer, darf im kommenden Jahr auf 20 Jahre Ehrenamt zurückblicken. „Und nicht nur er“, deutete Höfer weitere Ehrungen an.

Last but not least“ Markus Lichtmannegger, der ebenfalls vor zehn Jahren als Beisitzer gestartet war, und sich schon damals um Archiv, Internet, um Bestellungen und Material sowie den Vereins-Newsletter gekümmert hat. „Und mit noch mehr Einsatz und Zeitaufwand arbeitet, seit er 2016 zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurde“, hob Höfer das „enorme“ Engagement Lichtmanneggers hervor und schloss zusammenfassend: „Ein Verein lebt von Menschen wie Euch.“ – höf

Ein „Super-Team“ für Berg und Tal

Dem Laufener Alpenverein geht es gut – Umfangreiche Berichte in der Hauptversammlung

Laufen. 1,14 Millionen Bergsteiger sind im Deutschen Alpenverein vereint. Er ist damit der größte Bergsteigerverband der Welt. 2.278 Mitglieder waren es zum Jahreswechsel in der Sektion Laufen. Der Verein ist damit der größte in der Salzachstadt. Dessen Ehrenamtliche engagieren sich überregional ebenso wie am Ort. Vor allem aber am Berg. Wieviel Arbeit hinter einem Verein dieser Größe mitsamt eigener Hütte steckt, wurde deutlich in der Hauptversammlung im Gasthaus Greimel.

Offenburg war der Schauplatz der letzten Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV). Unter den 600 Delegierten waren die beiden Laufener Vorsitzenden Hannes Höfer und Markus Lichtmannegger. Als Gastredner dabei der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Höfer berichtete den Laufener Bergfreunden von den wichtigsten Beschlüssen nahe der französischen Grenze. Ein Grundsatzprogramm zum „Bergsport“ wurde dort ebenso verabschiedet wie neue Regelungen bei Hüttenreservierungen. Nicht zuletzt gab es eine einstimmige Resolution zur Bewahrung des Alpenplans.

„Der Alpenplan ist eine Supersache“, würdigte Naturschutzreferent Hannes Krauss und warb für dessen Bestehen.

Eine Supersache“, sagte Hannes Krauss darüber. Der Naturschutzreferent der Sektion lobte den Alpenplan als „einfache Geschichte“ – drei Farben, drei Zonen – als Plan, der seit 45 Jahren unangetastet geblieben sei, und damit Seilbahnpläne wie etwa am Watzmann verhindert habe. Nun aber plant die bayerische Staatsregierung, einen Teil der Tabu-Zone C am Riedberger Horn für Lifterschließungen herauszunehmen. Vom Alpenverein als anerkanntem Naturschutzverband kommt dazu ein klares Nein, stattdessen ein Ja zum Schutz von Auer- und Birkhuhn. Die Sektion Laufen startete dazu eine Postkartenaktion; Einwände gegen den Landesentwicklungsplan sind noch bis 22. März möglich.

Krauss ist nicht nur in Sachen Natur engagiert, er organsiert federführend auch den Kletterbetrieb in der Sektion. „Die Nachfrage ist wahnsinnig groß“, schilderte er den Andrang an der Kletterwand in der Gymnasiumsturnhalle, weshalb man den Samstagstermin „umstrukturieren“ habe müssen. Acht der Kletterkinder hatten erfolgreich am grenzüberschreitenden dreiteiligen „Klettercup“ teilgenommen und sogar Podestplätze erreicht. Krauss bedauerte den durch die Ferienzeiten zeitlich eingeschränkten Zugang zur Turnhalle.

„Neue Gesichter sind immer gerne gesehen“, warb Jugendreferentin Vroni Gschirr um Nachwuchs.

Deshalb schielt die Sektion nach Alternativen. Man sei auf der Suche nach einem geeigneten Raum zum Bouldern, gab Höfer bekannt, wo man ohne jede Sicherung und jederzeit nach Lust und Laune klettern könne. Eine Sache ganz im Sinne der Jugend. Jugendreferentin Vroni Gschirr berichtete über deren Aktivitäten im vergangenen Jahr. Ein ganz großer Erfolg war der „Schnuppertag“ mit 37 interessierten Kindern und Jugendlichen, betreut von vier Jugendleitern und zusätzlichen Helfern. „Durchschnittlich zehn Teilnehmer zwischen acht und 17 Jahren waren bei den Veranstaltungen dabei“, sagte Gschirr, die unter anderem die Angebote in den Ferienprogrammen von Laufen und Kirchanschöring heraushob. Für 2017 gibt es bereits zwei Anwärterinnen, die die Jugendleiter-Grundausbildung machen wollen. Petra Karg kümmert sich als Familiengruppenleiterin um Familien mit Kindern; Jugendleiterin Christine Rehrl organisiert Touren mit den ganz Kleinen.

Er habe bereits mit seinem Amt gehadert, scherzte Hüttenwart Matthias Graspointner, musste die Hüttenversorgung per Heli doch stets wegen Schlechtwetter verschoben werden. 2016 hat es erstmals perfekt geklappt.

Ein Dreh- und Angelpunkt des Vereins ist die Laufener Hütte im Tennengebirge. 1726 Meter hochgelegen, ohne Seilbahn, ohne Straße, ist sie nur per Hubschrauber zu versorgen. Das geschieht stets kurz vor Pfingsten, wenn die Bergsaison beginnt. Hüttenwart Matthias Graspointner informierte die Besucher über alles was rund um die Hütte erforderlich ist. Dazu gehört das Holzmachen vor und nach der Saison, um das sich neben seiner eigentlichen Aufgabe Wegewart Toni Pertl kümmert.

2045 zahlende Gäste hatten 2016 auf der Laufener Hütte übernachtet. Und die waren so durstig, dass im Herbst Wein und Bier zur Neige gegangen waren, so dass Aktive noch Flüssiges im Rucksack nach oben bringen mussten. Nach Ende der Saison war der große Gastraum saniert worden. Nicht nur dafür bedankte sich Graspointner bei allen Helfern, braucht es für den Hüttenbetrieb doch viele zupackende Hände. Am Berg und im Tal.

Im Tal, fast am tiefsten Punkt der Laufener Halbinsel liegt die Geschäftsstelle der Sektion. Das „Basislager“ im Alten Rathaus ist jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr besetzt. „Die Drei von der Dienststelle“, nannte der Vorsitzende die drei Betreuerinnen, die sich neben der Büroarbeit auch um den Ausrüstungsverleih kümmern.

Eine von ihnen ist die Schriftführerin Rosmarie Kaiser. Sie schilderte im Gasthaussaal, welche Tagungen von den Verantwortlichen besucht worden waren und was neben dem „normalen“ Tourenbetrieb noch so passierte. Dazu gehören die guten Kontakte zu den Patensektionen ebenso wie zu den Nachbarn. Und das wohltätige Engagement beim Laufener Weihnachtmarkt.

Uns geht es finanziell gut“, gestand Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani. Nicht zuletzt deshalb, weil in der Sektion praktisch alles ehrenamtlich und ohne Bezahlung geschehe. Gleichwohl hat die Sektion rund die Hälfte ihrer Mitgliedsbeiträge an die Münchner Zentrale abzuführen. Als eine der wenigen verlangen die Laufener nicht mehr als den vorgeschriebenen Mindestbeitrag von 51 Euro für ein A-Mitglied. Detailliert präsentierte Höfer-Jani die Ausgaben und Einnahmen der drei Konten: Verein, Hütte und Jugend. „Zinsen gibt es keine mehr“, bedauerte die erfahrene Schatzmeisterin. Im vergangenen Jahre waren es gerade mal vier Cent.

Ausdrückliche Anerkennung“, sprach Kassenprüfer Rainer Kaiser der Schatzmeisterin aus, worauf deren Entlastung und jene der Vorstandschaft einstimmig erfolgte. Hannes Höfer lobte die gesamte 19-köpfige Vorstandsriege als „Super-Team“, und vergaß dabei nicht die große Zahl an Aktiven, die in vielfältiger Weise in der und für die Sektion arbeiten.

Eine kleine Verlosung rundet seit Jahren die Hauptversammlung der Laufener Bergfreunde ab, so dass einige Besucher mit Gutscheinen oder Bergbüchern nach Hause gehen durften. Oder mit einem Hüttenschlafsack; geeignet für jede der 350 DAV-Hütten. Und ganz besonders für die Laufener Hütte. – höf

 Wallfahrt zum Schlössl am Haunsberg

Der Angst die Liebe entgegensetzen

Gottesdienst im Gedenken an Fritz Bayer und Hermann Gschirr – Marterl geweiht

Tennengebirge. Von der Angst und von der Liebe sprach Eberhard Zeh, von der Liebe Gottes und der Liebe zum Mitmenschen, von der Angst als dem momentanen „Argument schlechthin.“ Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Stiftsdekan Simon Eibl zelebrierte der evangelische Pfarrer Eberhard Zeh heuer bereits zum fünften mal einen ökumenischen Berggottesdienst an der Südseite der Laufener Hütte.

Jeder Blödsinn bekomme seine Wichtigkeit durch Angst, so Zeh. „Jedes noch so gute Argument … Aus die Maus: Angst“. Es gelte dem eines entgegenzusetzen: Liebe. Zeh bedauerte, dass selbst in den Kirchen oftmals wenig davon zu spüren sei. Wie mühsam es doch sei, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um das Abend-, das Liebesmahl zu feiern.  

Auf der Laufener Hütte geschieht das seit Jahren. Als „unser Dreamteam am Altar“ begrüßte denn auch Alpenvereinsvorsitzender Hannes Höfer die beiden Laufener Pfarrer. Gekommen waren neben vielen Rupertiwinklern auch Bergfreude der Patensektionen Wasserburg und Burgkirchen und aus dem Talort Abtenau. Von dort hatten auch eine Schar Musikanten ihre Instrumente heraufgetragen, um mit den Bergsteigern zu feiern.

Höfer verglich diesen Anlass mit dem, was sich derzeit in Frankreich abspielt: „Stadien als Aufführungsstätten des Fußballkults.“ Denn auch das habe durchaus religiöse Züge: Verehrung, Verzückung, abgrundtiefe Verzweiflung und Traurigkeit. So mancher der Fußballgötter habe sich allerdings bereits frühzeitig wieder auf den Heimweg machen müssen.

„Wohin soll ich mich wenden?“, war dann die musikalisch gestellte Frage. Hin zu Gott und hin zur Liebe, ließ Zeh keinen Zweifel, denn „vollkommene Liebe treibt Furcht aus.“ Die Furcht vor den Flüchtlingen, vor den Fremden. Angst sei ein wahrhaft schlechter Ratgeber, weiß Zeh, und warnte vor politisch zur Schau getragener Angst, die sich als „tiefe Sorge“ um die „kleinen Leute“ darstelle. Leute, die klein gehalten werden müssten, damit sie „Führerinnen und Führer“ brauchen. „Die neuen Diktatoren. Die halten die Angst fest. Weil sie sie brauchen.“

„In der Spur der Liebe bleiben“, empfahl Zeh, gegen alle Widerstände, für Recht und Gerechtigkeit, für Solidarität, für eine Kultur der Achtsamkeit und des Respekts. „Machen wir Christenmenschen ernst mit der Liebe“, rief Zeh die Gläubigen auf, denn „Geliebte können selber lieben. Amen.“

Hannes Höfer erinnerte an zwei zu früh verstorbene verdiente Mitglieder der Sektion. An den langjährigen zweiten Vorsitzenden Fritz Bayer, ein „Freund, Kamerad und Kollege wie man ihn sich nur wünschen kann.“ Und an Hermann Gschirr, der dafür verantwortlich zeichnete, dass sich die Laufener Hütte heute als wahres Schmuckstück präsentiere.

Seine Bergfreunde von „De Wuidn Hund“ hatten für Fritz Bayer eine Steintafel anfertigen lassen, und  im sogenannten „Kanonenrohr“ in einer Felsnische befestigt, da wo auch Fritz stets eine kleine Kerze entzündet hat. Pfarrer Zeh erinnerte an den im letzten Herbst verstorbenen Laufener als „Persönlichkeit mit Profil“.

 

Markus Lichtmannegger, Nachfolger im Amt, zitierte aus Thomas Bubendorfers Buch „Zauberworte vom Berg“. „Am Berg gibt es nichts Dringendes oder Wichtiges“, schreibt der weltbekannte Extrembergsteiger. Und er weiß: „Das Bergsteigen hinterlässt Spuren, die einzigen, die wirklich zählen.“ Auf den Bergen, davon ist Lichtmannegger überzeugt, ist die Freiheit grenzenlos, und man werde eins mit sich und der Natur. Wildfremde Menschen würden zu Freunden. Kaum getroffen habe man bald den Eindruck, man kenne sich schon ewig, durfte Lichtmannegger erst kürzlich wieder erfahren. Vom Berg bliesen die Abtenauer Musikanten hinaus ins weite Tal – zu Ehren von Fritz Bayer.

 Hannes Höfer

 

 

 

 

Der Weg ist das Ziel - Alpenverein Laufen auf der Großglockner-Hochalpenstraße

Anlässlich ihres alljährlichen Vereinsausfluges machten sich kürzlich 48 Bergfreunde der Alpenvereinssektionen Laufen und Burgkirchen zum Großglockner auf. Trotz leichtem Nieselregen bei der Anfahrt, konnten an den Aussichtspunkten „Fuschertörl“ und „ Hochtor“ Ausblicke auf die umliegenden 3000er genossen werden. Silbern glitzernde Wasserfälle und unzählige Rinnsale stürzen sich in die Tiefe. Zwei Schifahrer schlängeln sich noch durch die verbliebenen Schneefelder hinab.

Dieselbe Route diente schon vor über 3500 Jahren den Menschen als Passage von Süd nach Nord und umgekehrt. Kelten und Römer, Säumer, Goldgräber und selbst Galeerensklaven machten sich hier auf den damals viel beschwerlicheren Weg. Am rund 2500 Meter hohen Scheitelpunkt wurde dabei von den Göttern,  gutes Wetter und eine sichere Reise erbeten. Fürchtete man sich doch vor Geistern und Dämonen die auf den Bergspitzen sitzen und Unheil bringen.

Für die Bergfreunde geht es heute im bequemen Reisebus durch mehrere Vegetationszonen – von den frühsommerlich blühenden Bergwiesen ins ewige Eis bei mystischen Wolkenfetzen. Aktuell führt die 1935 erbaute Großglockner Hochalpenstraße jährlich rund eine Million Gäste von Fusch-Ferleiten im Salzburger Land nach Heiligenblut in Kärnten.  Ein Meisterwerk mit 48 km Länge und 36 Kehren, welches unter Leitung des Straßenbauers Franz Wallack nach nur sechs Sommern mit je 3200 Arbeitern vollendet wurde. Heute benötigt oft schon die Planungs- und Genehmigungsphase das Vielfache an Zeit.

Trotz unbeständiger Wetterprognose schrauben sich mit uns auch einige Radl- und Motorradfahrer die Kurven bis zur 2369 Meter hoch gelegenen Franz-Josefs-Höhe, benannt nach dem Habsburgerkaiser, hinauf. Hier ergattern einige von uns einen Blick auf den ansonsten wolkenverhangenen „schwarzen Berg“ – den 3798 Meter hohen Großglockner. Dieser höchste Berg Österreichs überragt 300 weitere Dreitausender, eine beeindruckende hochalpine Landschaft, geschaffen durch Urgewalten vor Millionen von Jahren. Enorm auf dem Rückzug befindet sich die derzeit noch 9 km lange „Pasterzer“ Gletscherzunge. An den manchen Stellen noch ca. 275 Meter dick, übt sie durch ein gewaltiges Gewicht Druck und Fließbewegungen aus. Unglaublich ist für einige der Teilnehmer, um wie viel der Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat. Konnte man anfangs noch mit der extra erbauten Gletscherbahn an diesen gelangen, muss heute ein gutes Stück auf mühsamen Schottergestein zurückgelegt werden, um an den unansehnlich schwarzen Rand des verbliebenen Gletschers zu gelangen.

Ungebremst ist die Leidenschaft zahlreicher Bergsteiger um den Großglockner zu besteigen. Bezwungen wurde dieser erstmals 1800 in einer Großexpedition um Fürstbischof Salm-Reifferscheidt. Aktuell erfolgen rund 5000 (!) Gipfelbesteigungen pro Jahr. Zudem erfreut der umliegende Nationalpark „Hohe Tauern“, mit seinen Lärchen-, Fichten- und Zirbenwäldern sowie über 500 Bergseen großer Beliebtheit beim Wandern, Erholen und Entdecken. Neben grandioser Aussichten, gilt es seltene Pflanzen und Alpentiere z.B. Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Geier und mit Glück Steinadler zu beobachten. Naja, die „Mankein“ sind schon fast handzahm und lassen sich auch gerne aus nächster Nähe fotografieren.

Angekommen im Bergdorf Heiligenblut, bietet sich ein schöner Blick auf die gotische Wallfahrtskirche St. Vinzenz, welche von einem Bergsteigerfriedhof umgeben ist. Hier ruhen ausschließlich einheimische Bergsteiger und Familien, zudem sind in einem Buch die seit ca. 1845 am Großglockner verunglückten Bergsteiger verzeichnet. Die Kirche scheint für die rund 100 Einwohner eher überdimensioniert, wird aber an manchen Wallfahrten von bis zu 4000 Pilgern besucht. Sie beherbergt namensgebend ein Fläschchen „Heiliges Blut“, welches seit dem Jahre 914 als Reliquie verwahrt wird. Einer Legende zufolge stammt es von dem Dänen „Briccius“, der dieses als Dank für seine Dienste am kaiserlichen Hof in Konstantinopel aus der Sophienkirche erhalten hatte. Briccius wurde auf seinem Weg über die Tauern von einer Lawine überrascht und kam zu Tode. Einheimische Bauern wunderten sich über drei Weizenähren, welche aus dem Schnee wuchsen, fanden Briccius mit seinem Fläschchen und brachten diesen auf einem Ochsenkarren ins Tal. Begraben wurde er an der Stelle an dem die Ochsen nicht mehr weiter gehen wollten und dort befindet sich die Krypta der heutigen Kirche. Diese betritt man durch ein Spitzbogenportal und gelangt dann in das dreischiffige, vierjochige Langhaus. Wandgemälde mit Szenen des Briccius, ein imposanter und klappbarer spätgotischer Hochaltar, die barocke Kanzel, viele Apostelfiguren und eine aus der Frühgotik stammende Madonna beeindrucken die interessierten Betrachter.

Gestärkt mit Kaffee, Apfelstrudel oder Kuchen und versehen mit vielen hochalpinen und kulturellen Eindrücken geht es nochmals über die Passstraße und zurück zum Ausgangsort nach Laufen.
Einig waren sich alle, dass man sich schon jetzt auf die neuen Ziele im nächsten Jahr freue.

 Theresia Stadler-Mayr

1.675 Jahre im Deutschen Alpenverein

Sektion Laufen ehrt treue Mitglieder – Bilderrückschau auf die „Heimwärts-Touren“


Treue: „Das ist Thema und Anlass dieses Abends“, sagte Laufens Alpenvereinsvorsitzender Hannes Höfer zu den geladenen Jubilaren im Laufener Kapuzinerhof. Die sind ihrem Verein inzwischen 25, 40, 50, ja sogar 60 Jahre treu geblieben. Ihre Mitgliedsjahre summieren sich auf insgesamt 1.675 Jahre.

„Sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben und wagen bedeutet das mittelhochdeutsche 'trüwen'“, so Höfer, wobei der Schritt in den Alpenverein an sich noch kein großes Wagnis darstelle, und darüber, dass man diesem Verein jahrzehntelang die Treue halte, darüber habe man sich beim Eintritt vermutlich noch keine Gedanken gemacht. „Es ist eher so, dass mancher erst mit der Einladung zum heutigen Abend festgestellt hat: 'Mein Gott, wie die Zeit vergeht!'“

So mancher werde sich erinnern an den Anlass, an die erste Tour, vielleicht auch an den ersten Besuch der Laufener Hütte, spekulierte Höfer, vielleicht an den Freund oder Partner, der ihn zum Verein gebracht hat. Die allermeisten blieben auch dann noch dabei, wenn sie die Vorteile und Vergünstigungen einer Mitgliedschaft nicht mehr in Anspruch nehmen können. „Das ist Treue, das ist Verbundenheit“, meinte der Vorsitzende, gewiss auch deswegen, weil man wisse, dass im eigenen Sinne gearbeitet werde, „und zwar ehrenamtlich“.

Höfer nannte es eine alljährlich wiederkehrende angenehme Pflicht und Freude, die langjährigen Sektionsmitglieder zu ehren. Und zu beschenken mit einem Anstecker und einer Flasche Wein. All jene, die 40 Jahre und länger dabei sind, bekamen ein Extra-Geschenk, einem Sektionsschirm, der in jeden Rucksack und in jede Tasche passt.

Höfer erinnerte jeweils an die oder fragte nach den politischen, sportlichen und kulturellen Ereignisse des jeweiligen Eintrittsjahres. Deutscher Fußballmeister vor 50 Jahren? Richtig: 1860 München.


25 Jahre beim DAV
Hinten von links: Sieghart Fabritius, Martin und Heribert Gschirr, Lothar Kunz. Vorne Christina Bayer und Veronika Gschirr.

25 Jahre in der Sektion Laufen sind: Lothar Kunz, Sieghart Fabritius, Heinz Biethinger, Christina Bayer, Veronika, Martin und Heribert Gschirr, sowie Wolfgang Wagner, Cornelia Schmid, Lorenz Schallinger, Florian Rehrl, Barbara Geigl, Doris Felber, Martin Fahmüller und Irmengard Ritt.

 

 

 

 

 

Von links: Irene Lang, Veronika Ziegler, Franz Steinmaßl, Gertrud und Werner Malinek.

40 Jahre Mitglied sind: Irene Lang, Gertrud und Werner Malinek, Franz Steinmassl, Veronika Ziegler, Maximilian Geigl, Johann Hauthaler, Grete und Michael Heurich, Renate Ilg, Josef und Andreas Aicher, Dr. Peter Pfab, Konrad Schuster, Anton Spengler, Christine Stöckl und Reinhold Lang.



 

 

50 Jahre in der Sektion Laufen sind (von links) Helga Unterreiner, Rudolf Kollmannsberger und Angelika Hönig.

50 Jahre in der Sektion: Helga Unterreiner, Rudolf Kollmannsberger, Angelika Hönig, Josefa Zellner, Karl-Heinz Strasser, Karin Schneider, Johannes Peschl, Klaus Pertl, Erich Nowak und Friedrich Ehrhardt.








Zwei Mitglieder blickten heuer auf 60 Jahr im Verein zurück: Gisela Auer und Helmut Bauer, der an diesem Abend verhindert war. Vorsitzender Höfer zeigte anschließend Bilder seiner „Bergfahrten ins Tennengebirge“; unter dem Titel „Heimwärts“ haben sie alljährlich das Ziel Laufener Hütte, allerdings auf weniger oder kaum begangenen Steigen. Oder ganz abseits jeglicher Pfade.

Gertrud Auer ist 60 Jahre im Alpenverein. Schriftführerin Rosmarie Kaiser (links) und Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani gratulieren zusätzlich mit einem Ruperti-Körberl.

Die Sektion verzichtet an ihrem Ehrungsabend bewusst auf Musik, wollen sich doch Mitglieder, die sich mitunter Jahre nicht mehr gesehen haben, gerne unterhalten. Und gemeinsam erinnern.

 Hannes Höfer

Jahrzehntelang Stützen beim Alpenverein

Langjährige Schriftführerin Heidi Höfer wurde Ehrenmitglied der Sektion

Waltraud Fischer in den Vereins-Ruhestand verabschiedet

 

Seit 1980 gehörte Heidi Höfer ununterbrochen dem Vorstand der Alpenvereinssektion Laufen an, davon 22 Jahre als erste und 8 Jahre als zweite Schriftführerin. Auf der Jahreshauptversammlung wurde sie für ihre Verdienste um den Verein mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Mit einer Ehrung wurde auch die langjährige Tourenleiterin Waltraud Fischer in den Vereins-Ruhestand verabschiedet.

„Heidi, du warst jahrzehntelang eine Stütze unseres Vereins und dafür danken wir dir“, fasste Gabi Höfer-Jani ihre Laudatio anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Heidi Höfer zusammen. Stellvertretende Schriftführerin war sie von 1980 bis 1982, ehe sie bis 2004 das Amt der 1. Schriftführerin übernahm und sich schließlich bis 2010 nochmals als 2. Schriftführerin zur Verfügung stellte. Bis zu ihrem jetzigen Ruhestand war Heidi Höfer noch als Beisitzerin im Vorstand vertreten. In launigen Worten zeichnete GabiHöfer-Jani ein Bild der Geehrten. „Schriftführerin sagt ja schon, dass sie was vom Schreiben versteht und der Schreibmaschine mächtig ist.“ Dabei sei sie weit über das Protokollieren hinaus für die Sektion tätig gewesen und habe sich nie verweigert, wenn sie um Hilfe gefragt wurde. „Sie hat noch alles schön und vor allem fehlerfrei auf der mechanischen Schreibmaschine erledigt.“  Mit dem „modernen Zeug“, wie Computer und Mailverkehr, habe sie sich aber nichts mehr anfangen wollen und so ihr Amt 2004 an eine Jüngere übergeben. Über Jahrzehnte war Heidi Höfer auch Ansprechpartnerin für die Hüttenreservierungen. Das habe nicht nur großes Organisationstalent erfordert, sondern viel Zeit und manchmal auch Nerven gekostet. Zusammen mit ihrer Familie war Heidi Höfer selbst von 1975 bis 2002 Jahr für Jahr im Hüttendienst-Einsatz und als Hüttenwirtin beliebt und geschätzt.“ Dem Vorsitzenden Hannes Höfer oblag es dann, Heidi Höfer für ihren jahrzehntelangen Einsatz und ihre vielfältigen Verdienste zum Ehrenmitglied der Sektion zu ernennen.

 

Mit Waltraud Fischer verabschiedete Hannes Höfer ein weiteres verdientes Mitglied. „Waltraud hat im Oktober vergangenen Jahres in den Chiemgauer Bergen ihre letzte Tour angeboten.“ Ehrenmitglied sei sie zwar schon letztes Jahr geworden, „aber wir wollen sie nicht sang- und klanglos gehen lassen“. Ab Ende der 80er Jahre habe Waltraud Fischer begonnen, Touren anzubieten. „Die sind dann Jahr für Jahr mehr geworden, bis es irgendwann nicht mehr zu steigern war.“ Beliebt seien ihre „Sagenhaften Wanderungen“ gewesen, bei denen sie spannend über die Mystik der Bergwelt zu berichten wusste. Seit 1990 habe Waltraud Fischer redaktionell am Programmheft der Sektion mitgearbeitet und selbst unzählige Texte und Bilder beigesteuert. Ob die legendären Mallorca-Wanderreisen und andere mehrtägige Unternehmungen, ob Seniorentouren, heimatkundliche Wanderungen und Silvesterwanderungen, ob als Vortrags- und Tourenreferentin, Waltraud Fischer habe ein riesiges Spektrum innerhalb der Sektion abgedeckt, blickte der Vorsitzende zurück. Eine ganz besondere Belohnung sei es für die Waltraud immer gewesen, wenn Teilnehmer sagten: „Da waren wir noch nie, das haben wir noch nicht gekannt.“ Zur Erheiterung der Versammlungsteilnehmer trug an dieser Stelle Sepp Bernauer eine offenbar sehr bekannte Redewendung der gestrengen Wanderleiterin bei, bei der es um Wirtshaus-Abstecher ging: „Kehr ma liaba ned ei.“  Mit einem kulinarischen Kisterl, verbunden mit dem Dank der Sektion und Wünschen für noch viele schöne Touren verabschiedete Hannes Höfer die Ruhestandlerin.

 Norbert Höhn (SOR, Bilder und Bericht) 

14. Solidaritäts-Marsch

69 AV-Mitglieder wanderten 601 Kilometer für den guten Zweck, für Schulprojekte in Bangladesch und auf Madagaskar.
Sponsor des Alpenvereins war auch diesmal die Firma Hörl in Lepperding. Der Kunststoffbearbeiter zahlt ein Euro pro Kilometer, hat in der Vergangenheit jedoch stets aufgerundet. Die von AV-Mitgliedern erwanderten Beträge summieren sich inzwischen auf mindestens 7.000 Euro.

 Hannes Höfer 

Jahreshauptversammlung des Alpenvereins:

"Man fühlt sich schon fast an einen Konzern erinnert"

Hannes Höfer für weitere 3 Jahre Sektions-Vorsitzender

Laufen. 2.135 Mitglieder, davon 161 Neuzugänge, zählte die Alpenvereins-Sektion Laufen zum Jahresende 2015 und ist damit der weitaus größte Verein in der Salzachstadt. Die Jahreshauptversammlung im vollbesetzten Greimel-Saal gab nicht nur Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Sektion, sondern vermittelte auch einen Eindruck von den hochdifferenzierten Organisationsstrukturen des Vereins. Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurde Hannes Höfer für weitere drei Jahre in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt. Neu in die Vorstandschaft wurden Markus Lichtmannegger als 2. Vorsitzender und Veronika Gschirr als Jugendreferentin gewählt. Einstimmig beschlossen hat die Versammlung eine moderate Beitragsanpassung, die wegen Vorgaben des Hauptvereins notwendig geworden war.  

 

Zu Beginn der Versammlung erinnerte Vorsitzender Hannes Höfer in einer Gedenkminute an die verstorbenen Mitglieder. „Mit dem 2. Vorsitzenden Fritz Bayer und dem Ehrenvorsitzenden Helmut Herrndobler mussten wir zwei Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, die unseren Verein auf vielfältige Weise verdienstvoll mitgeprägt haben.“ In seinem Bericht wies Höfer darauf hin, dass der Deutsche Alpenverein mit über einer Million Mitglieder der größte Bergsteigerverband der Welt sei und einen jährlichen Zuwachs von fünf Prozent verzeichnen könne. „Auch wir in unserer Sektion werden immer mehr“, freute sich Höfer unter Hinweis auf die 161 Neuzugänge im vergangenen Jahr. Bei der DAV-Hauptversammlung in Hamburg habe es einige Beschlüsse gegeben, „die nicht unbedingt in unserem Sinne sind“. So wurde der Verbandsbeitrag pro A-Mitglied um 1,50 Euro auf 29 Euro erhöht und der Mindestbeitrag von 48 auf 51 Euro. Als positive Änderung sah Höfer die vereinfachte Gestaltung der Beihilfe für Hütten-Wege-Kletteranlagen, wo man zukünftig eine Pauschale von 5 Euro pro Mitglied zugrunde legt. Erfreulich sei, dass Sektionsmitglied Siegfried Fritsch jun. für seinen Einsatz als Höhlenretter in Hamburg mit dem Grünen Kreuz ausgezeichnet wurde. Mit „Geben und Nehmen“ umschrieb der Vorsitzende die Tatsache, dass die Sektion auch im vergangenen Jahr beispielsweise den Erlös des Weihnachtsmarktes für karitative und humanitäre Zwecke gespendet habe, andererseits aber selbst in den Genuss von Spenden kam. Ein wichtiges Anliegen war auch im abgelaufenen Jahr, im Rahmen gemeinsamer Unternehmungen gute Kontakte zu den Patensektionen zu pflegen.  

 

Schriftführerin Rosmarie Kaiser listete die zahlreichen Veranstaltungen und Unternehmungen auf, die das Sektionsjahr neben dem eigentlichen Tourenbetrieb mit sich brachte. Ob die Monatsversammlungen, meist verbunden mit Lichtbildervorträgen, Treffen mit den Patensektionen, ein Schiffsausflug von Passau nach Linz, die Teilnahme am Laufener Solidaritätsmarsch oder der Stand am Weihnachtsmarkt, es war auch im vergangenen Jahr viel los bei der Laufener Alpenvereinsfamilie. Mitglieder der Vorstandschaft waren zudem noch als Delegierte bei zahlreichen Versammlungen vertreten, sobei der Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns, bei den verschiedenen Sektionentagen und bei der Genossenschafts-Versammlung „Karalm-Straße“. Jugendreferent Florian Pertl konnte berichten, dass Julia Geierstanger die Grundausbildung zur Jugendleiterin absolviert hat und zukünftig eine Jugendgruppe leiten will. Mit insgesamt vier Jugendleitern sei man somit in der Sektion recht gut aufgestellt. Im laufenden Jahr seien zehn Veranstaltungen im Rahmen des Kinder- und Jugendprogrammes geplant. Pertl bedankte sich bei seinen Helfern und gab bekannt, dass er aus persönlichen Gründen nicht mehr als Jugendreferent kandidieren wolle.  

 

Hüttenwart Matthias Graspointner bedankte sich bei allen, die in der letzten Saison wieder für einen reibungslosen Ablauf auf der Laufener Hütte gesorgt hatten, allen voran Karl Edenhofer, Gottfried Eder, Florian Pertl, Andi Aman und Heidi Höfer. Acht Ster Holz habe man im Frühjahr für den Transport auf die Hütte hergerichtet. Wegen des ungünstigen Wetters mussten die Hubschrauber-Versorgungsflüge im Mai um einen Tag verschoben werden. 18 Flüge waren notwendig, um Getränke, Holz, Briketts und vieles mehr auf die Hütte zu transportieren. Während 15  Helfer damit beschäftigt gewesen seien, das angelieferte Material zuverstauen, hätten zeitgleich die Schreiner Konrad Hoiß und Michi Lang begonnen, zwei Zimmer und ein Matratzenlager zu renovieren. Während der 150-tägigen Öffnungszeit sei die Laufener Hütte von 1.976 zahlenden Übernachtungsgästen besucht worden. Die waren offensichtlich recht durstig, folgt man dem Getränkeumsatz. Verkauft wurden nämlich laut Graspoitner 2.700 Liter Bier, 850 Liter Limo, 230 Liter Mineralwasser, 135 Liter Apfelsaft und 270 Liter Wein. Noch höher lag allerdings mit 44 Kubikmeter der Reinwasserverbrauch. Die Energieversorgung wurde mit 110 Kilowattstunden aus dem Block-Heizkraftwerk und 1.325 Kilowattstunden aus der Photovoltaikanlage sichergestellt. Viel Lob hatte Matthias Graspoitner für Wegewart Toni Pertl übrig: „Der hat sich wieder die ganze Saison über um den guten Zustand des gesamten Wegenetzes im östlichen Tennengebirge gekümmert.“ Abschließend stellte Graspoitner für Anfang Oktober die Renovierung des großen Aufenthaltsraumes in Aussicht.

 

„De erstn Jahr, wia i do hervorngstandn bin, hob i fei a Schnapsei braucht davor“, eröffnete die altgediente Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani ihren Kassenbericht. Betrachtet man die Zahlenwerke, die sie vortrug, ist die Sache mit dem Schnaps durchaus nachvollziehbar. Schließlich hat sie über 2.000 Mitglieder zu verwalten und drei verschiedene Kassen, Sektion, Hütte und Jugend, finanztechnisch abzuwickeln. Recht heiter ging es dann zu, als Peter Schuster wissen wollte, wie hoch die Rücklagen der Sektion seien. Ihre Antwort „480.000 Euro“ verband Gabi Höfer-Jani mit der Anmerkung Richtung Bürgermeister: „Der Feil Hanse werd jetzt wieda sogn, das mir mehra ham, wia de Stod Laufen. Oba vielleicht brauchts ihr an neien Kassnwart, weil i war eh arbatslos.“ Die Schatzmeisterin rückte aber dann doch mit dem Grund für das Ansparen der Rücklagen heraus: „Ich bin so knausrig, weil ich als Schatzmeisterin noch erleben will, dass wir den Grund kaufen können, auf dem unsere Hütte steht.“ Bisher ist dieser Grund von den österreichischen Bundesforsten gepachtet. Auf Vorschlag der Kassenprüfer wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Auch die dem Hauptverein geschuldete Beitragsanpassung auf 51 Euro wurde ohne große Debatte verabschiedet. „Es muss alles richtig gemacht worden sein, denn nicht umsonst kommen immer mehr Mitglieder zum Alpenverein“, sprach Bürgermeister Hans Feil in seinem Grußwort der Sektion seinen Respekt aus. „Wenn man hört, was da alles geleistet wird, dann fühlt man sich schon fast an einen Konzern erinnert“, lobte er die Arbeit der Vorstandschaft und des gesamten Vereins.  

Bürgermeister Hans Feil gratuliert 1. Vorsitzenden Hannes Höfer zur erneuten Wahl

 

Nachdem im Vorfeld die meisten Vorstandsmitglieder signalisiert hatten, weiterhin zur Verfügung zustehen, konnten die fälligen Neuwahlen unter Leitung von Hans Feil zügig abgewickelt werden. Seit nunmehr 15 Jahren steht Hannes Höfer bereits an der Spitze der Sektion. „Drei Jahr mach is nu“,erklärte er sich zu einer erneuten Kandidatur bereit und wurde, wen wundert es, einstimmig als 1.Vorsitzender bestätigt. Als 2.Vorsitzender steht ihm zukünftig Markus Lichtmannegger zur Seite. Gabi Höfer-Jani bleibt ebenso 1. Schatzmeisterin, wie Rosmarie Kaiser 1. Schriftführerin. Zur neuen Jugendreferentin wurde Veronika Gschirr gewählt. Per Akklamation wurden die weiteren Vorstandsmitglieder bestimmt: Matthias Graspoitner, 1. Hüttenwart, Toni Pertl, Wegewart, Hubert Neuer, Tourenreferent, Arno Hahnemann, Ausbildungsreferent, Hannes Krauss, Naturschutzreferent, Tom Mayr, Vortragsreferent, Evi Brüderl, 2. Schatzmeisterin, Petra Karg, 2.Schriftführerin, Karl Edenhofer, 2. Hüttenwart. Zu Beisitzern wurden Gottfried Eder, Reinhard Huber, Andreas Amann, Florian Pertl und Christian von Hake gewählt. Als Kassenprüfer wurden Rainer Kaiser und Walter Gaiser von der Versammlung bestätigt. Zum Abschluss der Versammlung wurden mit Waltraud Fischer und Heidi Höfer zwei verdiente Mitglieder der Sektion geehrt (wir berichten gesondert). Mit einem Dank an alle Mitarbeiter, Freunde und Gönner schloss der alte und neue Vorsitzende den offiziellen Teil der Versammlung.  

 

Die neugewählte geschäftsführende Vorstandschaft der Sektion Laufen

  Norbert Höhn (SOR, Bilder und Bericht) 

 

Lehm – Baustoff für eine bessere Welt

Anna Heringer berichtet beim Alpenverein über ihre Projekte – 1000-Euro-Spende aus Weihnachtsmarkt

Mit 19 Jahren hatte Anna Heringer Abitur gemacht. Anschließend ging sie für ein Jahr als Entwicklungshelferin nach Bangladesch. Ein Schritt, der ihr Leben veränderte. Und das vieler Menschen in dem kleinen Dorf Rudrapur. Beim Alpenverein Laufen berichtete die Laufner Architektin über ihre Projekte rund um den Erdball; insbesondere über ihre Meti-Schule in Bangladesch. Die Laufener Bergfreunde hatten schon in der Vergangenheit Heringers Einsatz dort unterstützt, nun gab es einen 1000-Euro-Scheck aus dem Erlös des Weihnachtsmarkes.

Anna Heringer kommt ins Schwärmen, wenn sie über Lehm spricht. Ein beinahe unerschöpflicher Baustoff, natürlich, Feuchte ausgleichend, gesund und nachhaltig. Und ein sozialer, denn für die Arbeit damit braucht es Arbeitskräfte. Stattdessen aber werde allerorten mit Beton und Wellblech gebaut. „Überall der Einheitsbrei“, beklagt Heringer mit Bildern aus afrikanischen Ländern. Sie möchte dem etwas entgegensetzen.

Heringer begann damit in jenem Land und in jenem Dorf, das sie als 19-Jährige kennengelernt hatte, und das sie heute als ihre zweite Heimat bezeichnet. „Menschen mit einem großen Reichtum“, beschreibt sie immaterielle Güter wie den sozialen Zusammenhalt und die Gelassenheit. Aber auch mit wenig Selbstwertgefühl: Das Fremde, das Westliche sei in deren Augen das Bessere und Höherwertige, musste Heringer feststellen.  

 

AV-Schatzmeisterin Gabi Höfer-Jani (rechts) mit Spendenscheck für Anna Heringer und ihr Meti-Projekt (im Hintergrund). Foto: Hannes Höfer

 

Sie war gerade mal 27Jahre, als sie mit dem Bau einer zweigeschossigen Schule aus Lehm und Bambus begann. Mit einfachsten Mitteln. Mit vier Bohrmaschinen, nur dann zu nutzen, wenn Strom da war und mit Kühen und Wasserbüffeln als lebende „Mischmaschinen“. Heringer ist heute noch verwundert über das Vertrauen, das man ihr damals entgegen gebracht hat. „Ich habe mich als Dirigent gefühlt“, erinnert sie sich an eine Baustelle ohne wirklich fertigen Plan, sie musste halt mit ihren Ideen und Konzepten der Arbeit stets einen halben Tag voraus sein. Unterstützt wurde sie dabei von Kollegen und ihrem Cousin Emmanuel Heringer, Korbflechter und Zimmermann.

Die Kinder des Dorfes hatten an ihrer Schule mitgearbeitet, stolz, gebraucht zu werden. „Die Meti-Schule hat ein paar Preise“, gewonnen, erzählt Heringer bescheiden; tatsächlich handelt es sich unter anderen um den Hunter-Dougles-Award für die weltweit beste Diplomarbeit und den Aga Khan Preis, einem der renommiertesten Architekturpreise. Doch damit war nicht Schluss. Dort in Rudrapur entstand eine Ausbildungsstätte für Elektriker und für Schneiderinnen, denn Heringer möchte die Arbeit wieder in die Dörfer bringen. Junge Frauen sollten nicht mehr gezwungen sein, in die großen Städte abzuwandern, um in den Fabriken ausgebeutet zu werden. Zusammen mit der Laufener Schneiderin und Designerin Veronika Lang lässt Heringer dort abgetragene Saris zu modischen Röcken nähen und individuelle Kissenbezüge fertigen.

„Ein komplett anderes Pflaster“, beschreibt Heringer ihren zehnmonatigen Aufenthalt in den USA. Allerdings war es ihr auch dort an der „kopflastigen“ Harvard-Universität gelungen, 150 Leute zur Mitarbeit ein einer Lehmfassade zu gewinnen. „Die Menschen rundherum hat's gefreut, dass sich die auch mal die Hände dreckig machen“, erzählt sie lachend.

China habe in den Jahren 2011 bis 2013 mehr Beton verbaut als die USA in hundert Jahren, berichtet Heringer. Sie aber wollte sich von der „uralten Kraft und Kultur“ inspirieren lassen. Mit zwei gewaltigen Jugendherbergen und einem Gästehaus aus Bambus und Lehm sei sie „in eine neue Dimension des Lehmbaus“ eingetreten. Filigran wie Lampions, symmetrisch wie Mandalas, zeigen ihre Bilder die Bauten.

In Simbabwe hat Anna Heringer zusammen mit der Laufener Schreinermeisterin Susanne Menzel einen Kindergarten aus Stein, Holz und Gras gebaut, inklusive der Ausbildung der Handwerker vor Ort. Heringer war in Indien ebenso tätig wie in Südafrika, Tansania und in Vorarlberg.

Und selbstverständlich hat sie auch in ihrer Laufener Wohnung eine Unmenge Lehm verbaut, weil der eine „unglaubliche Raumqualität“ schaffe und sich einfach gesund anfühle. „Lehm gibt es überall“, wirbt Heringer für diesen Baustoff, und für eine Architektur, die die Aufgabe habe, die Lebensbedingungen zu verbessern. „Für eine gerechtere Welt.“ Einen Seitenhieb auf westliches Handeln und Wirtschaften kann sich die Architektin nicht verkneifen: „Wir brauchen uns nicht wundern über Wirtschaftsflüchtlinge.“  

 Hannes Höfer